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AES3

AES3 ist der Name eines Protokolls zur Übertragung digitaler Audiosignale. Oftmals wird hierfür auch die Bezeichnung AES/EBU verwendet. Die Abkürzung AES steht hierbei für ›Audio Engineering Society‹, EBU für ›European Broadcasting Union‹ (Europäische Rundfunkunion). Die AES3-Schnittstelle kommt hauptsächlich im Rundfunkbereich sowie in professionellen Tonstudios zum Einsatz. Die Übertragung kann sowohl über symmetrische XLR- und unsymetrische BNC-Leitungen, als auch über Twisted-Pair-Kabel (LAN / Ethernet- oder z. B. Netzerkkabel) erfolgen. Mit Koaxialkabeln (und Steckverbindern mit 75 Ohm Wellenimpedanz) können bis zu 300 Meter überbrückt werden.

Typischerweise können zwei Audiokanäle zu je 24 bit über eine AES3 Leitung übertragen werden. Mit jeder Verdopplung der Samplingrate über 44,1/48 kHz hinaus halbiert sich die Anzahl der Kanäle, die über eine Leitung übermittelt werden können. Durch verlustbehaftete Komprimierung (bspw. Dolby Digital) können allerdings auch bis zu 8 Kanäle übetragen werden. Das AES3 Signal selbst besteht aus sogenannten Blöcken, von denen jeder 192 Frames enthält. Jeder dieser Frames enthält zwei Subframes, jeweils einen für Links und Rechts. Das ist ein typisches Beispiel für sogenanntes Time-Domain-Multiplexing (TDM). In seiner physikalischen Form ist der Bitstream Bi-Phase-Mark codiert, was dazu führt, dass mit dem Signal gleichzeitig auch die Wordclock übertragen werden kann. Eine zusätzliche Leitung zur Übertragung der Wordclock ist damit unnötig. Das führ zu zu einer Baudrate von ca. 5,9 Mbit/s bei 48 kHz Samplingrate.

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