GLOSSAR // D

Dynamikbandbreite

Die Dynamikbandbreite beschreibt die Differenz zwischen unterem und oberem Grenzwert des (maximal möglichen) Schalldruckpegels. Sie spielt in allen Bereichen der Audioproduktion eine Rolle und wird auch oft mit dem Begriff S/N (Signal-to-Noise-Ratio) beschrieben. Eine möglichst große Dynamikbandbreite über alle Produktionsstufen hinweg ist dabei wünschenswert, um auch stark dynamische Musik möglichst Originalgetreu wiederzugeben. Der Bottleneck bei der Dynamikbandbreite ist dabei längst nicht mehr die technische Seite sondern die Wiedergabebedingungen.

Während in Konzertsälen eine Dynamik von bis zu 70 dB erreicht werden kann, so schrumpft diese stetig, je mehr Umgebungsgeräusche dazu kommen, wie nicht zuletzt im Auto, wo nur noch 10-15 dB Dynamik erreicht werden können. Dieser Umstand, sowie der Fakt, dass Musik mit geringer Dynamik, also stark komprimierte Musik, bei gleichen digitalen Pegeln lauter klingt, haben zu dem sogenannten ‚Loudness War‘ geführt, welcher um die Jahrtausendwende mit der starken Digitalisierung der Audiobranche einherging.

Ein weiterer Grund, die Dynamik zu verringern sind jedoch auch oft Übertragungskanäle der Rundfunksysteme, wo mit sogenannten Kompandersystemen gearbeitet wird. Dort wird das Audiosignal vor Übertragung im Dynamikbereich komprimiert, so dass alle Informationen über den Funkkanal, welcher meist nur eine begrenzte Bandbreite besitzt, übertragen werden können. Beim Empfänger wird das Audiosignal dann wieder in seine ursprüngliche Dynamik expandiert, was zu einer scheinbar größeren Dynamikbandbreite des Übertragungskanals führt. Dieses Verfahren wurde auch zu Analogzeiten in vielen Rauschminderungsverfahren eingesetzt.

zurück zur Gesamtübersicht