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MADI

Die Abkürzuung MADI steht für „Multi Channel Audio Digital Interface“ und ist gleichbedeutend mit dem Standard AES10 der Audio Engineering Society. Die Entwicklung geht bis in die Anfänge der 1990er Jahre zurück und basiert auf dem AES3-Standard („AES/EBU“). Die Übertragung erfolgt über Fiber Distributed Data Interface (FDDI, umgangsprachlich „optisch“, bis zu 2 km) oder koaxiale Leitungen (maximal 50 m). Es können bis zu 16 Kanäle bei 24 Bit und 192 kHz oder bis zu 64 Kanäle bei 24 Bit und 48 kHz übertragen werden. Die Latenz ist mit < 100μs äußerst gering. Somit gibt es in einem AES10-Frame 64 anstatt 2 Subframes, wie es bei AES3 der Fall ist. Kanäle, die dabei nicht genutzt werden werden dementsprechend markiert und mit digialen Nullen gefüllt.

Die nutzbare Datenrate liegt bei ca. 100 Mbit/s, die Baudrate, also die Anzahl der übertragenen Symbole pro Sekunde, liegt bei ca. 125 Mbit/s. Das liegt daran, dass MADI 4B5B-kodiert ist. Dabei wird jedes mögliche 4-bit Datenwort in ein 5-bit Datenwort über eine Tabelle übersetzt, um möglichst häufige Zustandswechsel zu ermöglichen und damit auf eine externe Wordclock verzichten zu können, da diese so aus dem Datenstrom herausgelesen werden kann. Dies ist dem Umstand geschuldet, dass MADI physikalisch nicht wie AES3 auf Bi-Phase-Mark-Kodierung der Bits setzt, sondern die sogenannte „Non return to zero, inverted“ (NRZI) Kodierung, bei der es einen Zustandswechsel der Spannung bei einer digitalen Eins gibt, und keinen Zustandswechsel bei einer digitalen Null. Da trotz dieser Methode jedoch großes Jitter auftreten kann (bis zu 80 ns), sollte trotzdem parallel zur MADI-Leitung eine externe Wordclock-Leitung gelegt werden, bei der nicht das MADI-Signal als Wordclock-Master, sondern beispielsweise der A/D-Wandler, benutzt wird.

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